​Was ist und will der RKAB? – Rätekommunistischer Arbeiter/innenbund?

Was will der RKAB?

Wir wollen den Kommunismus! Unser Ziel ist, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes oder auch ein verächtliches Wesen ist. Damit soll jede/r frei nach seiner/n Fähigkeiten und Bedürfnissen, in einer klassenlosen Gesellschaft (ohne Ausbeutung) leben können. Um zum Kommunismus überzugehen, bedarf es nicht nur eines festen Willens oder einer Revolution. Der Schlüsselbegriff nennt sich Übergangsgesellschaft! Bevor man den Sprung zum Kommunismus wagt, sollte die Gesellschaft in einer Übergangsphase herangebracht werden. Diese Übergangsphase heißt „Sozialismus“. Karl Marx bezeichnete diesen auch als „erste Phase des Kommunismus“ und als „Diktatur des Proletariats“. Darunter verstehen wir eine Gesellschaft, in der sich die Arbeiter/innenklasse Bedingungen schafft, in der sich keine neuen Klassen herausbilden können und die anderen noch bestehenden Klassen keine Chance mehr haben, den Weg zum Kommunismus zu versperren. Betrachtet man die kommunistische Bewegung genauer, kann man zwischen zwei Grundtendenzen unterscheiden. Zum einen die räteorientierte Fraktion und zum anderen die Fraktion des Marxismus – Leninismus und seiner Folgeideologien wie MLM, Hoxhaismus usw. … . Die Ideenstränge des M-L forcieren einen straffen Parteiapparat, der von einer Intelligenz oder auch Elite geführt wird. Die Macht soll über eine Revolution oder auch über Wahlen innerhalb von bürgerlichen Staaten von der Partei erobert werden. Sie alle stehen für die Verstaatlichung von Produktionsmitteln, für Repressionsorgane, für eine strikte Unterordnung unter ihre Parteiführung und einen autokratischen Einparteienstaat, der an Stelle der Kapitalisten, die Arbeiter zum Zwecke der Mehrwertabschöpfung ausbeutet, um sein Staatswesen zu finanzieren. Der autoritäre Einparteienstaat, soll dann die Menschen zum Kommunismus erziehen. Zur Not mit purer Waffengewalt und anderen Mitteln und Methoden der Repression und Indoktrinierung. Wurden die Menschen zu „guten Kommunisten“ erzogen, soll der Staat absterben. Anhand der zahlreichen historischen Beispiele wie der DDR, CSSR, UDSSR, VRC usw. lässt sich beweisen, dass dieser Weg nicht im Geringsten zum Kommunismus führt. Stattdessen zieht der M-L aufgeblähte Parteiapparate, Bürokratie und autoritäre Staaten, die mit allen Mitteln versuchen, ihre Macht zu verteidigen, anstatt sie an die Arbeiter/innenklasse abzugeben, nach sich. M-L führt also immer in eine Sackgasse und keineswegs hin zum Kommunismus. Deshalb gehören wir zur räteorientierten Fraktion, innerhalb der kommunistischen Weltbewegung. Wir wollen ebenfalls den Übergang zum Kommunismus, den Sozialismus, die Diktatur des Proletariats! Das bedeutet für uns, dass die erste Phase des Kommunismus über eine Räterepublik zu organisieren ist, in der es mehrere Parteien geben kann und soll. Rätedemokratie funktioniert über zwei Ebenen. Über eine ökonomische Dimension, in der die gesellschaftlich notwendige Arbeit geplant und koordiniert werden kann, sowie über eine gesellschaftspolitische Dimension.
Auf der ökonomischen Ebene plädieren wir für die Arbeiterkontrolle über die Betriebe. Die Arbeiter sollen gemeinschaftlich die Produktion übernehmen indem sie einen Betriebsrat bilden. Leitende Positionen, Ämter etc., sollen die Belegschaften unter ihren Leuten nach rationalen Prinzipien (nach ihrer Eignung) wählen und mit einem imperativen Mandat ausstatten. Sie sollen Delegierte wählen, um sich in Industrieunionen zusammenschließen zu können. Außerdem sollen Sie mit Hilfe von statistischen Erhebungen über Produktivkräfte und Bedürfnisse die Produktion basisdemokratisch lenken.

Da die Gesellschaft weitaus größer ist, als die an der Produktion unmittelbar Beteiligten Menschen (z.B.: Kinder, Senioren, physisch/psychisch eingeschränkte Menschen) braucht es die gesellschaftspolitische Organisierung. Diese ist auch aufgrund vieler weiterer gesellschaftlicher Herausforderungen außerhalb der Produktionssphäre notwendig. Wir plädieren für eine Gliederung in Wohneinheiten und das von der kleinsten Ebene (z.B. Straße/Dorf), über viele Zwischenebenen, bis hin zu ganzen Regionen. Auch diese Gliederung soll von Unten bis Oben, nach dem Prinzip des imperativen Mandats funktionieren! An oberster Stelle werden dann sowohl Delegierte der Industrieunionen als auch Delegierte der einzelnen Regionen, den Obersten Rat bilden. Dieser soll in Koordinierung mit einem vorher geschaffenen Statistikzentrum beide Ebenen verbinden, um die Einheit der beiden organisatorischen Dimensionen der Gesellschaft zu bewerkstelligen und keinen Gegensatz aufkommen zu lassen. Auf diese Art und Weise, bleibt die Diktatur des Proletariats basisdemokratisch organisiert. Die Kapitalistenklasse ist politisch kaltgestellt, da sie keinen Zugriff mehr auf die von den Arbeitern kontrollierten Betriebe hat. Sie ist nun ihrer Macht, durch das Kapital, beraubt und ist auf gesellschaftspolitischer Ebene bedeutungslos. So wird die Bedingung dafür geschaffen, dass es einen Übergang geben kann. Die Kapitalistenklasse verschwindet, ohne physisch ausgeschaltet werden zu müssen.

Es ist notwendig, dass die Räte alle Gewalten in sich vereinigen, damit die Rätedemokratie funktionieren kann und somit jede Form des Ausuferns in autoritäre Muster mit unabhängigen, nicht kontrollierbaren Institutionen verhindert werden kann. Auf diese Art und Weise, kann niemand einem Absterben der Räterepublik, zugunsten der klassenlosen Gesellschaft, im Weg stehen.

Darum kann unsere wichtigste Parole, unser wichtigstes Prinzip nur lauten: Alle Macht den Räten!

Hat sich die Räterepublik im Weltmaßstab durchgesetzt und sind alle äußeren und inneren Bedrohungen gegen sie politische Geschichte, dann sind die objektiven Bedingungen für den Übergang aus der ersten Phase des Kommunismus gegeben. Wenn sich die überflüssig gewordenen Institutionen und Gremien (einschließlich aller Parteien, Sicherheitsorganen etc. ) auflösen können, kann zum eigentlichen Kommunismus, zur befreiten Gesellschaft übergegangen werden!

Wer sind wir?

Der RKAB versteht sich als Sammlungsorganisation für räteorientierte Kommunisten zum Aufbau einer „Kommunistischen Arbeiter/Innen Partei“. Dabei ist uns wichtig, unseren proletarischen Charakter zu erhalten. Mitglied kann daher jede/r Arbeiter/in werden. Das bedeutet, alle Menschen, die nach „Marx“ doppeltfreie Lohnabhängige sind. Wir möchten mit unseren Mitgliedern und mit anderen räte- und oder linkskommunistischen Gruppen/Einzelpersonen solange eine gemeinsame Theoriebildung und Auseinandersetzung führen, bis die Bildung einer „Kommunistischen Arbeiter Partei“ möglich ist. Solch eine „Kommunistische Arbeiterinnen Partei“ hat sich unserer Auffassung nach nicht am Parlamentarismus zu beteiligen! Sie soll Ausdruck einer gesellschaftlichen Fraktion sein, eine organisatorische Manifestation, die unablässig für die Räterepublik und den Kommunismus streitet. Ist die Räterepublik erkämpft, ist es ihre Aufgabe, als gesellschaftliche Fraktion zum Kommunismus, zur befreiten Gesellschaft zu drängen! Aus unserer Sicht, ist der Moment für die Gründung einer derartigen Partei dann gegeben, wenn wir zu flächendeckender gesellschaftspolitischer Arbeit fähig sind. Die Ausarbeitung entsprechender Kriterien, bleibt dabei oberstes Ziel unseres Bundes. Des Weiteren versuchen wir, die Ideen des Kommunismus, der Rätedemokratie und der industriellen Selbstverwaltung in die Köpfe der Gesellschaft zu pflanzen. Wir machen uns keine Illusionen über die Wirkmächtigkeit unserer Texte und Aktionen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass eine wirkliche Revolution von der Arbeiter/innenklasse als Ganzes geführt und getragen werden muss, denn die Revolution ist für uns keine Sache einer Partei oder eines Bundes. Unsere Hoffnung ist es, Gleichgesinnte zu erreichen und unsere Ideen verbreiten zu können sowie Denkanstöße zu geben. Wir wissen, dass es in der Gesellschaft immer wieder zu Dynamiken kommt, die durch unsere schreienden Klassengegensätze auftreten. Diese sind nicht immer emanzipatorischer Natur, können aber das Potential für wirkliche Klassenbewegungen haben. Unser Ziel ist es Bildungsarbeit und politische Aktionen durchzuführen sowie uns in den fortschrittlichen Klassendynamiken und Klassenkämpfen zu bewegen. Damit unsere Argumente und Vorstellungen in den entscheidenden Phasen erneut ins Gedächtnis gerufen werden! Genau diese progressiven Dynamiken und Klassenbewegungen begreifen wir als Chance unsere Bewegung zu manifestieren und auszubauen. Letztendlich also als Chance die Räterepublik aufbauen zu können.

Der RKAB propagiert die Organisierung der Gesellschaft einer Räterepublik in zwei Strängen. Auf der einen Seite die industrielle Selbstverwaltung der Produktionssphäre und auf der anderen Seite die gesellschaftspolitische Organisation nach Wohneinheiten. Darum sind wir der Ansicht, dass es auch auf der Basis der politischen Willensbildung und Klassenkämpfe von Bedeutung ist, sich hierfür zwei grundlegend unterschiedliche Organisationsebenen zu schaffen. Bei der Industrieunion bzw. Basisgewerkschaft – Industrial Workers of the World (IWW oder auch Wobblies) – sehen wir unsere Vorstellungen von Organisation am Arbeitsplatz aktuell weitestgehend verkörpert. Die IWW betont ihre Unabhängigkeit von parteipolitischer Einflussnahme, sie konzentriert sich ausschließlich auf das Kampffeld der Ökonomie und hat sich eine wirkmächtige Organisationstruktur geschaffen. Sie kämpft für die industrielle Selbstverwaltung, ist international organisiert, hat einen eindeutig proletarischen Charakter und ist basisdemokratisch aufgestellt. Die IWW vertritt am beharrlichsten die Ideengeschichte der „One Big Union“ (Eine Union/ Eine Gewerkschaft) und meint damit eine Organisation für alle Arbeiter/innen, unabhängig von Geschlecht, Ethnie, Nationalität oder Religion. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass wir als Klasse gemeinsame Interessen haben, die uns einen. Die das Band so eng zwischen uns knüpfen, dass wir bei allen Unterschieden, die wir haben, trotzdem gemeinsam kämpfen müssen. Die IWW organisiert nicht nach Fachrichtung. Sie organisiert nach Industrie, das bedeutet z.B., dass der Hausmeister in einem Callcenter und die Putzfrau oder die Empfangsdame genau in der selben Gewerkschaft sind, wie die, die telefonieren müssen. So kommen keine Gegensätze zwischen unterschiedlichen Fachrichtungen auf, so wird die Kampfkraft erhöht und ein solidarisches Band zwischen den Teilen der Arbeiterinnenklasse gespannt. Die Organisierung nach Industrie ermöglicht es, weiter im „hier und jetzt“ effektiv kämpfen zu können und gleichzeitig die Produktion gut organisiert übernehmen zu können. Daher empfehlen wir allen fortschrittlichen Arbeiter/innen die Mitgliedschaft und das aktive Arbeiten bei der IWW. Den RKAB sehen wir als einen ersten Schritt, das gesellschaftspolitische Gegenstück zur IWW zu bilden. Unsere Aufgabe ist es, für die Räterepublik zu streiten und der Arbeiter/Innenklasse auf gesellschaftspolitischer Ebene eine Kampforganisation zu sein.
Für Räterepublik und Kommunismus!

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